XLVI. Mal sehen, was kommt

(Siebentes Tableau)

Der Mensch sieht sich genötigt, sich zu entwerfen. Beginnt er damit, begegnet er der Gefahr, sich zu verfehlen.

Zusammenkunft: damit begonnen, anders zu leben anno der Geburt.

wie weit die reise doch ist
geh langsam
stolperst noch über das
was du dir ansehen solltest

Genuß des flittermausigen Nachtseglers. Erfinden sich die Schule, die Kommilitonen, zu dem einen Zweck, sie zu überragen, wenn’s die Wut erfordert, ansonsten lieber zurückfallen, um sich mit dem Müßiggang (hier vor allem selbstlos) zu befassen.
Mal sehen, was kommt, ist schon als blanker Blödsinn ausgemacht bevor man laufen kann. Es kommt, daß man Laufen lernt, insofern man sich nicht Räder wachsen läßt wie das massenmenschliche Schreckgespenst. Mal sehen, was es mir bringt, wenn ich den blanken Fuß ins silberne Bächlein zehe: in Sekundenschnelle (was nicht schnell ist) nuckelt sich das Nixentum fest und verweist auf das Wunder zu Wasser, Blutstrom und Meridiane spürt man in den explosiven Zentren pulsierender Lebendigkeit verkehren, oh angebetete Verschlingerin meiner klebrigen Lake! Für den Vulkan braucht es gestandene Heizer, die unter Fliegenpilzen ihr Obdach errichten und für die Dreingabe einer kostenlosen Jagd die Fahrenheiten so lange schinden, bis man sich wie blöde murmelnd davonwälzt. Ruhe in erinnerten Spasmen, sie zählend, einfädelnd, aufkettend, aus dem Mund rinnt mir dein Moschus noch und bleibt als weiße Spur zurück.
Die ersten Flugversuche im Schlaf, ich kam sehr weit und fühlte mich unbehaglich, der Körper rief schon nach mir und hatte bedenken, daß ich seine Existenz beschädigen könnte, meine Rennbahn: ein Acker umzingelt von Telefonmasten.  Liebst du mich, dann misch dich jetzt ein, träumtest von mir, riefst nach mir, bautest mich aus – du warst ja noch gar nicht geboren, als ich durch die Lüfte donnerte, konntest mich also in deiner Lauerstellung beobachten – und hopp!- bevor’s zu spät ist, niederfahren, findet sich schon, ist’s Trieb, ist’s Liebe – findet sich schon, der Turnus ewiger Wiederkehr. Wer du bist, kannst du dir selbst beantworten, es ist deine Freiheit, das herauszufinden, meine Freiheit, zuzusehen, wie du dich eines Tages abwendest. Beobachtet aber nicht observiert. Da in den ersten Betten nach einer langen Abstinenz, nachgebend, ausharrend „in-was-bin-ich-hineingeraten“ zwischen Tür und Angel, nicht auf meinen Zeigefinger achtend, der dir etwas deutete, die wuchtige Lust abfedernd, alles auf die Unmöglichkeit geschoben, darin eine Lücke für zwei Körper gefunden, die Konventionen in Betracht gezogen und somit die Begegnung als „verloren“ angekreuzt. Es war stets nur ein kleiner Schritt von dieser Insel ins Meer, dem ewigen Wasser, das überall hinführt, überschwemmt, was wieder ihm gehören soll.

 

Siebentes Tableau

   

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