Das Ende des Zimmers
In der Ecke ist nichts. Zufällig treffen sich dort drei Fluchten. An einer Pinnwand aus Kork hängt Schmuck über hauch-dünne Stecknadeln gewrungen. Und dann kommt irgendeine Fotografie, die schräg hängt, so daß ihr unterer linker Zipfel in den Spiegel taucht, über dem eine afrikanische Totenmaske prangt.
In der Ecke ist weiter nichts, nur ein bißchen Licht, das sich alsbald verflüchtigt. Ein großer, flacher Korken, in dem Nadeln stecken. Perlen und Lederbändchen hängen herab. Auf einem Bild war ich noch jung, im Spiegel daneben wirke ich alt. Die Maske, die dort hängt, könnte mich wieder verändern, zöge ich sie auf.
Der Spiegel könnte die Ecke abbilden, wenn nicht hinter meinem Rücken ein weiterer Spiegel angebracht wäre und dieser im rechten Winkel beleuchtet würde. Das Geschmeide mit Nadeln im Kork fixiert könnte ich nur dann erblicken, wenn der Spiegel noch größer wäre. Dann sähe ich auch die klägliche Fotografie, die von der afrikanischen Totenmaske überschattet wird.
Fotografien haben die Eigenschaft, zu vergilben. Nicht so diese, sie streitet mit der afrikanischen Maske um das Recht des Älteren. Dem Spiegel ist’s wurst. Er freut sich, nicht im Eck zu hängen, sondern ganz nah am Tant, der von einer Korkwand purzelt, aufgespießt mit kleinen fiesen Nadeln.
Manche Kette trug ich im Sommer, manche trug ich nie. Ich kann mein Spiegelbild nicht ertragen und halte die Fotografie vor mein Gesicht. Ich nehme die Maske von der Wand und probiere mich mit dieser. In der Ecke, oben rechts endet das Zimmer.