Das Poetische Prinzip
Wir haben nur die Welt im Kopf, wenn wir ihr ein Gedicht zu schreiben vermögen; sie sickert weiter erst zum Herzen, wenn wir ihre Poesie durch Poesie erwidern, wenn wir sie mit Dichterworten krönen, wenn sie die Welt ist, die wir aussprechen.
Und wo ich nicht bin, dort will ich sein. Der erste Gedanke des Gedankens. Das Wort. Und wo ich nicht bin, dort will ich sein. Das Wort, das nötig ist, die poetische Sprache als ein Wahrnehmungsorgan zu begreifen. Und wo ich nicht bin, dort will ich sein. Wo ich dich nicht küsse, möchte ich dich küssen. Das erste Prinzip der Sprache ist die Poesie.
Weil sich die Poesie, ausgesprochen, nicht manifestieren läßt, und weil die Poesie der Gedanke selbst ist, und nicht nur ein Moment, transportiert durch das Wort, hat sie die ganze Macht über unsere Welt und unsere Verwicklungen darin.
Wir sehen uns niemals selbst, nicht in einem Spiegel, nicht in einem Film. Würden wir uns selbst beschreiben, käme niemals das dabei heraus, was wir intendierten, in uns selbst zu sehen. Die Poesie aber ist der direkte Abdruck unserer Seele in einer Matrize aus Zeit und Raum, die wie das Silbernetz der Spinne aus unserem Hinterteil strömt.