Der Trichter der Unendlichkeit

Die Geschichten, die wir in den beiden ungeheuerlichen Einbildungen ‘Vergangenheit und Zukunft’ leben sind immer nur Fiktionen, die wir uns in der Gegenwart erdenken. Allerdings ist eine wirkliche Gegenwart bereits trügerisch, denn wir weilen nicht auch nur einen einzigen Augenblick zugegen. Berühren wir uns, umschlingen wir uns – und ist’s uns ganz Gestalt zu Mut’, erliegen wir bereits der Paradoxie, die für das Erschaffen unseres Trugbilds maßgeblich ist.
Es ist der Zustand eines ‘Trichters der Unendlichkeit’, der nicht wenig mit den russischen Matrjoschka zu tun hat. Wie also läßt sich Unendlichkeit noch darstellen? – Die Antwort ist: wie ein Dreieck, das nicht schließt.  Der Trichter verjüngt sich nach unten hin unendlich, so wie er auch nach oben hin breiter wird unendlich.
Die Paradoxie, die ebenfalls unsere drei Zeitzustände betrifft, kehrt in diesem räumlichen Aspekt in dergestalt wieder, daß der engste Punkt des Trichters, also der gedachte Ausfluß – mit dem größten Punkt des Trichters, also dem Einfluß, identisch ist. Die Alten zeichneten das Undenkbare als Ouroboros.

Schedula

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