LXV. In Raha

In Raha, dieser Stadt der Wüste. Als wäre ich gefangen; nicht durch die Begrenzung einer Zelle, nicht durch den Zwang der Gesten, sondern durch ein Labyrinth der Möglichkeiten, in dem man nicht, wenn man in eine Sackgasse geraten ist, den selben Weg zurück finden kann, um an einem liegengelassenen und verworfenen Pfad neu anzusetzen, sondern dieser bereits ein anderer ist. Alles ist Zwielicht, ein übriggebliebener, nicht entladener Donner am Himmel. Versprengte menschengruppen taumeln mir entgegen - der Sprung heraus, mir entgegen, das Zentrum. Aber das Zentrum ist nicht zu lokalisieren, die Menschen nähern sich nur an mir vorbei, weil ich es bin, der sie streift. Mit offenen Hemden und dunklen Gesichtern. Sie gehen zügig, sie laufen einem Jahrmarkt davon, der hinter ihnen mit seinen Ketten rasselt. Aus allen Richtungen kommen sie; sie kommen aus den Straßen, laufen auf den Straßen, kommen aus den Gassen, laufen auf den Gassen, gehen über Brücken, wälzen über Wiesen, die aus Staub bestehen. Und sie eilen auf die Busse zu, die als einzige fahren, auf den Pisten brüllen, voll besetzt, doch man sieht sie nirgendwo halten. Das wilde Morsen der Schritte von nah und fern, das murmeln stummer Münder erinnert mich daran, von hier zu verschwinden. Babylon ist nahe, das Unmögliche geschafft. Um wieder auf die Hauptstraße zu gelangen, von der ich gerade deshalb abgekommen bin, weil ich ihr stetig folgte, müßte ich mich nach links wenden, denn ich sehe sie von hier aus. Dort fahren die Busse über die Steinbrücken. Und überall Menschen, wie Pilger vor dem Ziel.

Zehntes Tableau

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