Pseudonym/Pseudopersonae
„Schau mal“, Morpheus kommt mit einer Tasse rein, „das hier ist ein Gimlet. Möchtest du das probieren?“
Ich sage nein. Morpheus trinkt seltsame Dinge.
„Säuft das nicht Marlowe?“
„Aber nein. Nur in dieser einen Geschichte. Jetzt kennt ihn jeder. Die Phantasie macht die Welt. Erfinden wir etwas, dann wirst du es sehen – morgen klopft die Erfindung an deine Tür und hat keine Ahnung, daß du sie erfunden hast. Du kannst es ihr sagen, aber sie wird es dir nicht glauben, sie besitzt keine Erinnerung daran.“
„Kein Wunder, daß sich deine Bücher schlecht verkauft haben“, sage ich, aber Morpheus Eisenstein läßt sich von so etwas nicht beeindrucken.
„Sie haben sich schlecht verkauft, weil Du sie schlecht geschrieben hast“, antwortet er unbekümmert und nippt an seinem Gesöff.
„Das wäre das erste Mal, daß du zugibst, daß ich dich erfunden habe.“
„Also gut, ich gebe es zu; aber vorher habe ich dich erfunden. Ich brauchte einen Menschen, der nicht gar so auffällig ist.“