VIII. Hadesfahrt
Alle Briefe unerhört in einer unerhörten Liebe; als du noch nicht von mir gegangen warst, da kannte dich nur mein Herz, das all die Zeit so gut bewahrt in einem kühlen Meer vor Anker lag, in Takelagen aus Masken und lauten Tönen, wie eine Vogelscheuche auch auf einem Acker, so daß der Schrecken, der in die Schwalbe fährt, über alle Meere meinen Namen trüge. Wäre dieser Krieg nicht gewesen, und hätte man nicht damit begonnen, Straßen zu bauen und Wälder zu holzen, ich weiß nicht, warum ich je in eine andere Welt hätte einbrechen sollen. Vielleicht wäre ich nur die Idee einer Dichterin geblieben, die Sebastiana war, vielleicht hätte sie mich nur mit einem Wort gemalt, bevor sie sinnlos starb; und dann starb sie, so sinnlos als gäbe es mich nicht, und hinterließ mir ein Ticket für die Hadesfahrt; und dann starb sie und hinterließ mir einen rauhen, steinernen Kuß, der schon im Acheron versank und nach Fäulnis schmeckte. Wir starben doch alle, tauschten unsere alten Körper gegen neue, die eine Sprache gegen die andere, begannen von anderswo uns einzukreisen und zu definieren, uns besser kennen zu lernen, uns zu lieben, auch wenn es dazwischen Pausen gab, Pausen der Sehnsucht. Nichts wird uns die Erinnerung wecken, wir erkennen uns nicht wieder, wenn wir uns begegnen.